WAS IST HAIDONG GUMDO?

Haidong Gumdo ist eine koreanische Schwertkampfkunst ohne direkten Gegner, welche den Kampf auf dem Schlachtfeld zum Vorbild hat.

 

WER KANN HAIDONG GUMDO TRAINIEREN?

Jeder kann Haidong Gumdo trainieren, egal welchen Alters, Geschlechts, ob Kampfkunsterfahrung vorhanden ist oder nicht.

 

WELCHE AUSRÜSTUNG GIBT ES IM HAIDONG GUMDO?

Als Kleidung trägt man einen sogenannten Dobok. Dieser besteht aus einem gewebten Baumwolloberteil und einer weiten Hose. Farbgurte tragen einen schwarzen, Danträger (Schwarzgurt) einen dunkelblauen Dobok. Meister kann man an dem hellblauen Oberteil und Instruktoren an der karierten Hose erkennen.

Zu Beginn wird als Farbgurt mit einem Mokgum (Holzschwert) trainiert. Mit Erreichen des ersten Dans dürfen die Schüler mit einem Gagum (Imitationsschwert) trainieren. Das Training mit dem Jingum (echtes Schwert) beschränkt sich auf Schnittdisziplinen und ist aufgrund der Verletzungsgefahr im gemeinsamen Training verboten.

 

WIE LÄUFT EIN „TYPISCHES“ TRAINING AB?

Das Training beginnt mit gemeinsamem Aufwärmen. Anschließend machen alle Schüler gemeinsam die Standardpose. Ist diese abgeschlossen, werden alle Formen, beginnend mit der niedrigsten, gemeinsam gelaufen. Sobald eine Form verlangt wird, die jemand noch nicht gelernt hat, wird der Schüler vom Meister verabschiedet, setzt sich zur Seite und beobachtet die restlichen Schüler. Das gemeinsame Formenlaufen endet mit der höchsten Form, welche die anwesenden Schüler gelernt haben. Daraufhin beginnt das sog. „freie Training“, in dem sich jeder Schüler einen Platz sucht und für sich übt. Der Meister holt nun einen Schüler nach dem anderen zu sich, kontrolliert und verbessert das bisher Gelernte und unterrichtet Neues in Einzelunterricht. Gegen Ende des Trainings stellen sich alle Schüler auf, verabschieden sich bei Meister, verabschieden sich zueinander und das Training ist beendet.

 

WAS IST DIE „STANDARDPOSE“?

Bei der Standardpose handelt es sich um eine festgelegte Abfolge von Schnitttechniken und Stellungen, welche in jedem Training zu Beginn von allen anwesenden Schülern durchgeführt werden. Diese Grundtechniken gilt es für jeden, der Haidong Gumdo trainiert, zu meistern und müssen wie im Schlaf beherrscht werden.

 

WORAUS BESTEHT HAIDONG GUMDO UND WIE TRAINIERT MAN?

Haidong Gumdo besteht aus mehreren Bereichen, welche jedoch alle miteinander verknüpft sind.

  • Gumbups
  • Gjock-Gum
  • Baldo-/Chuck-Gum
  • Kerzenlöschen
  • Papierschneiden
  • Ballschlagen / Apfelschneiden
  • Stroh-/Bambusschneiden
  • Schwerttanz

Nachfolgend werden die einzelnen Punkte knapp erläutert, um einen kurzen Einblick zu verschaffen.

 

GUMBUPS

TRAINING
Hierbei handelt es sich um Formenlaufen, ähnlich den Poomse in Taekwondo und anderen Kampfsportarten. Fest vorgegebene Bewegungsabläufe müssen möglichst präzise wiedergegeben werden. Das Niveau der Formen orientiert sich hierbei an der Graduierung des Schülers. Je höher die Graduierung, umso größer die Anzahl der imaginären Feinde auf dem Schlachtfeld.


WETTKAMPF
Gumbups können alleine oder in einer Gruppe vorgeführt werden. Bei den sog. „Einzel-Gumbups“ ist neben der Technik die Geschwindigkeit, bei den sog. „ Gruppengumbups“ die Einheit und Disziplin der Gruppe entscheidend.

 

GJOCK-GUM

TRAINING
Dies sind vorgegebene Zweikämpfe, entsprechend der Graduierungen der Schüler. Beginnend mit einfachen Abläufen für Weißgürtel, bis hin zu komplexen Abläufen mit Sprüngen, Drehungen und mehrfachen Schnitt- und Ausweichbewegungen für Schwarzgurte. Das Augenmerk liegt hierbei auf der Beherrschung des Körpers und des Schwertes, nicht darauf, den Gegner zu treffen, weshalb in dieser Disziplin, im Gegensatz zu beispielsweise Kendo, keine Rüstung getragen wird.

 

WETTKAMPF
Meist werden hier frei einstudierte Zweikämpfe vorgeführt. Diese können als 1v1, 1v2 oder auch mit noch mehr Gegnern vorgeführt werden. Verwendet werden hier meist spezielle Zweikampfschwerter aus Kunststoff, um das Verletzungsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren.

 

BALDO-/CHUCK-GUM

Das Schwert auf unterschiedliche Arten zu ziehen und wieder in die Schwertscheide zurückzuführen, ist das Kernelement dieser Übungen. Der Schwierigkeitsgrad orientiert sich an der Graduierung, so werden später Schnitt- und Blocktechniken hinzugefügt. Das Ziel ist das Beherrschen des Schwertes sowie eine erhöhte Fingerfertigkeit des Schülers.

 

PAPIERSCHNEIDEN

TRAINING
Diese Disziplin dient dazu, den Schülern eine Möglichkeit zur Kontrolle ihrer Schnitttechniken zu geben. Wird die Schnitttechnik korrekt durchgeführt, schneidet man das Zeitungspapier in einer sauberen Linie. Ist die Technik nicht in Ordnung oder wird das Schwert falsch gehalten, reist das Papier. Zu Beginn wird hier mit dem Mokgum, ab dem 1. Dan mit dem Gagum und für Meister mit dem Jingum trainiert.

 

WETTKAMPF
Bei Wettkämpfen wird versucht, den Schnitt in genaue Bereiche zu legen oder bestimmten Linien zu folgen.

 

KERZENLÖSCHEN

TRAINING
Zu wissen, wie man sein Schwert führt, wo es sich befindet und ob es sein Ziel auch trifft, ist der Sinn dieser Übung. Es wird trainiert, durch Schwertkontrolle und saubere Technik die Flamme einer oder mehrerer Kerzen zum Erlöschen zu bringen. Dies kann durch einen senkrechten Hieb mit einigen wenigen, durch einen horizontalen Schnitt mit sehr vielen Kerzen und noch auf viele andere Arten erfolgen. Das Erlöschen der Kerzen dient dem Schüler hierbei als Kontrolle, ob er sein Schwert und die jeweilige Technik wirklich beherrscht. Das Berühren der Kerzen ist hierbei natürlich untersagt. Die Anzahl der Kerzen orientiert sich hier ebenfalls an der Graduierung der Schüler.

 

WETTKAMPF
Hier wird sich meist auf den senkrecht geführten Hieb beschränkt, alleine oder als Gruppe, wobei hier die Anzahl der Versuche bis zum Erlöschen der Kerzen ausschlaggebend ist.

 

BALLSCHLAGEN / APFELSCHNEIDEN

TRAINING
Im Gegensatz zu dem statischen Ziel einer Kerzenflamme, ist hier der bewegte Ball das Ziel. Der Schüler wirft zum üben einen Ball in die Luft und versucht diesen möglichst präzise zu treffen. Die Anzahl der Schritte, die Richtung der Bewegungen, die Art der Schnitttechnik sowie die Menge der Bälle variieren, je nach Graduierung des Schülers. Zu Beginn wird hier mit dem Mokgum, ab dem 1. Dan mit dem Gagum und für Meister mit dem Jingum trainiert.

 

WETTKAMPF
Das Treffen des Ziels, die Genauigkeit sowie der sichere Stand, werden hier bewertet.

 

STROH/BAMBUSSCHNEIDEN

TRAINING
Die Meisterdisziplin, welche die Verwendung eines echten Schwertes voraussetzt. Hierbei zeigt sich, ob die durch jahrelanges Training angeeigneten Schnitttechniken, auch korrekt durchgeführt werden können. Meist wird dies auf Seminaren unter Anleitung von Meistern trainiert und ist für jeden, der die Gelegenheit bekommt an einem solchen Seminar teilzunehmen, ein Erlebnis.

 

WETTKAMPF
Die Sauberkeit der Schnitte sowie der Bewegungen stehen hier im Vordergrund.

 

SCHWERTTANZ

Hier wird versucht, Elemente aus den unterschiedlichen, bisher erlernten Formen, individuell kombiniert, zu Musik vorzuführen. Hierbei handelt es sich um eine Wettkampfdisziplin bzw. ein Element, welches für Vorführungen verwendet wird. Körperbeherrschung und ein außerordentliches Gefühl für das Schwert, sind Grundvoraussetzung für einen stimmungsvollen Schwerttanz.